Übersetzung: Thore Schröder

Das Ergebnis der Lokalrat-Wahlen in der Stadt Saraqib, in der Nähe von Idlib, wurde am Donnerstagmorgen veröffentlicht. Es gewann der Bewerber Mathna al Mahmud mit einem Abstand von 50 Stimmen gegenüber dem Mitbewerber Ibrahim Bari.

Die Zeitung „Zeitoun“ berichtete, dass der Sieger Muthena Abd al Karim al Mohammed 1976 in Saraqib geboren wurde und an der Universität von Aleppo Jura studiert hat, und dass er bereits früher an der Spitze des Lokalrats gestanden hat und als ehemaliges Mitglied des Berufsverbands der Rechtsanwälte sehr aktiv war.

Die Website „ Saraqa heute“ erklärte, dass 4499 Personen den Vorsitz des Lokalrats und die Mitglieder der Exekutive gewählt haben. Die Wahllokale waren von acht Uhr morgens bis acht Uhr abends geöffnet. Nach Informationen von Mohammed Salama, Mitglied des Wahlkomitees und Korrespondent von Syrian Voice, waren Männer und Frauen ab 18 Jahre, die in Saraqib geboren wurden, wahlberechtigt.

CAPTION: Ein von „Zeitoun“ veröffentlichtes Foto zeigt die Überwachung des Wahlprozesses mit Hilfe versiegelter Urnen

 

Und Salama erklärte, dass „diese Wahl durch die Teilnahme vieler Frauen gekennzeichnet war, sowie durch die Bereitschaft aller Menschen, ihr Wahlrecht auszuüben. Acht Wahllokale waren geöffnet, von denen drei für Frauen vorgesehen waren. Allerdings gab es nur männliche Kandidaten.

Und er wies darauf hin, „dass die Oppositionsgebiete unter verbesserten Umständen in der Lage sind, freie und allgemeine Wahlen durchzuführen. Jetzt schon sei die Wahlbeteiligung mit 55,3 Prozent – unter den gegebenen Umständen – hoch gewesen. Den lokalen Medien zufolge war dies auch „eine Antwort auf die Extremisten, die demokratische Wahlen für eine ‚Falle’ halten.“

Die Wahlen fanden zu einer statt, in der sich die Sicherheitslage für die Bewohner von Idlib weiter verschlechtert hat, weil sich die Oppositionsgruppen Tahrir ash-Sham und Ahrar ash-Sham bekriegen. Für die Menschen bedeutet das eine Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit, besonders seitdem sich die Kämpfe von den südlichen ländlichen Gebieten nach Osten und Norden ausgebreitet haben.

In der seit 2015 unter Rebellenherrschaft befindlichen Provinz gab es bereits eine Debatte über eine öffentliche Kampagne, die fordert, die Flagge der syrischen Revolution zu hissen – später müssten dann schwarze Flaggen folgen. Der Lokalrat und das Lokalparlament von Idlib erklärten gemeinsam, dass sie die Nutzung der Revolutionsflagge in allen äußeren und inneren Angelegenheiten unterstützen.