Von Mahmoud a-Shimali und Justin Clark (Übersetzung: Thore Schröder)

IDLIB: Es ist der erste solche Wettkampf seit 2011. Volleyball-Mannschaften aus zehn verschiedenen Städten im von Rebellen gehaltenen Teil der Provinz Idlib nehmen teil an einem Volleyball-Turnier.

„Das passiert aus Liebe zum Sport“, erklärt Maher Alwan, Präsident des Freien Syrischen Volleyball-Verbands. Weder lokale noch internationale Organisationen zahlen für die Veranstaltung, sagt Alwan, die Spieler „bezahlen alles aus eigener Tasche.“

Organisiert wurde der Wettkampf von der Allgemeinen Kommission für Sport und Jugend der Provinz Idlib. Los ging es am 10. Februar, aber bald gab es erste Probleme: Das zweite Turnierspiel sollte in Khan Sheyoukh ausgetragen werden, musste aber um fast zwei Wochen verschoben werden aus Sicherheitsgründen.

Die Provinz wird von verschiedenen Rebellengruppen kontrolliert, Luftangriffe des Regimes und seiner Verbündeten sind an der Tagesordnung. Seit Ende Januar haben interne Kämpfe die Spannungen zwischen Rebellengruppen verschärft. Dutzende Kämpfer und Zivilisten kamen dabei ums Leben.

Bei den Luftangriffen wurden immer wieder auch Sporthallen und Athletikclubs ins Visier genommen. Idlibs Freiheit-Sportclub, der größte und bekannteste in der Stadt, wurde zwei mal attackiert, wie Syria Direct berichtete. Aus Furcht vor Bombenangriffen verabreden sich Sportler an verdeckten Plätzen, wo sie von den Flugzeugen aus nicht gesehen werden. Spiele finden auf improvisierten Plätzen, außerhalb von Vereinsgeländen statt.

Versteckt vor den Bombern

Vergangene Woche fanden mehrere Spiele statt in Kufr Nubl, wo das Heimatteam seine Spiele in einer ehemaligen technischen Schule austrägt. Das Gebäude stand seit längerer Zeit leer und die Besitzer hatten ihre Erlaubnis für die Umnutzung gegeben, erklärt Abu al-Walid, der das neue Sportzentrum leitet. „Wir brauchten ein blickgeschützten Ort. Jetzt, da die Teams vor Zuschauern spielen, sind alle in Sicherheit.“

Sportveranstaltungen in Idlib werden von der Allgemeinen Kommission für Sport und Jugend organisiert, die die Oppositionsregierung vor zwei Jahren gegründet hat. Zu ihr gehören elf Verbände für Fußball, Volleyball, Handball, Tennis, Schach und andere Sportarten. Der Fußballverband war der erste, der sich der Kommission anschloss. Und der erste, der 2015 ein Turnier – mit dem Namen „Land der Märtyrer“ – austrug. Erster Sieger war die Stadt Saraqeb, die sich gegen 16 andere Teams durchsetzte. Insgesamt sind 54 Clubs in der Kommission registriert.

Entschlossene Sportler sind der Grund, warum in Idlib weiter Sport getrieben wird, sagt Mohammed al-Halaq, Vorsitzender der Kommission. Auch wenn Bomben zur Verschiebung von Spielen und Zerstörung von Clubs führen.

Al-Halaq glaubt, dass die Bemühungen der Kommission trotz allem Erfolg haben, was sich zeigt durch das Volleyballturnier und die Etablierung einer Fußballliga mit 40 verschiedenen Mannschaften. Yahya al-Uthman, Kapitän der Habichte, eines von zehn Volleyballteams in der Provinz, glaubt, dass der Sport wesentlich ist, um das Talent junger Menschen zu erhalten; auch erhielten sie eine Chance, dem Krieg zwischenzeitlich zu entkommen und Unterhaltung zu finden.

„Manche denken vielleicht, dass Sport im Krieg nichts zu suchen hat, aber unsere Leidenschaft treibt uns an“, sagt al-Uthman. „Wir glauben, dass das Leben weitergeht.“